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Friedrichshainer Chronik

Juni 2010

Die Menschen | Spiellust und Lebenslust Die Schauspielerin Angelica Domröse

Friedrichshainer Chronik
Es ist ganz einfach. Und schön. Man kann mit ihr über Gott und die Welt reden, ganz locker, wie mit einer guten alten Bekannten. Wie befriedigend es beispielsweise ist, aus dem Regal ein Buch zu ziehen und den Staub abzuklopfen, im tiefen Sessel versinken und lesen, die schnurrende Katze auf dem Schoß. Oder nachdenken über die Macht einer Wolke aus Vulkanasche und die Ohnmacht der Menschen oder über das Unheimliche der Finanzkrise und die Schwindsucht des Euro. Oder über ihre (...)    Go

Editorial | Editorial

Liebe Leser! Dieses Heft ist ein besonderes. Zum einen drehen sich alle Artikel um ein Thema: Die Legende von Paul und Paula. Mittlerweile ein echter Kult­film der DEFA, der in Friedrichshain gedreht wurde, der in Friedrichshain spielt und der mit uns zu tun hat. Darum sind wir auf Spuren­suche gegangen. Zum anderen feiern wir ein Jubiläum, nämlich die 50. Ausgabe unseres Stadtbezirksmagazins. Ein guter Anlaß, den vielen Lesern zu danken, die uns die Treue gehalten (...)    Go

Die Straßen | Paul-und-Paula-Ufer

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Den Eingang zur Bucht, noch in Friedrichshainer Hoheitsgewässern, bewachen Liebesinsel und Kratz­bruch. Der Graureiher schwebt über dem Wasser, ein Windhauch kräuselt kleine Wellen. Es herrscht friedvolle Stille auf dem Rummelsburger See. Die vormalige Stralauer Bucht wurde in Rummelsburger Bucht umgetauft, nachdem der Weinhändler Johann Jakob Rummel 1720 die alte Meierei gekauft und in ein Wirthaus umgewandelt hatte, das er Rummelsburg nann­te und das bei der Bevölkerung (...)    Go

Die Reportage | Jegliches hat seine Zeit Auf den Spuren der Legende von Paul und Paula

Friedrichshainer Chronik
»Wir wollen folgendes machen. Wir lassen es dauern, so lange es dauert. Wir machen nichts dagegen und nichts dafür. Wir fragen uns nicht allerlei blödes Zeug. Nur die Namen! Ich bin Paula.« – »Paul!« Ein paar Worte aus einem Film. Auch als Zitat zu hören, als Intro eines Songs auf dem Album Die Suche geht weiter, veröffentlicht vom Pop-Duo Rosenstolz im vergangenen Jahr. Fast auf den Tag genau 36 Jahre nach der Uraufführung des Films Die Legende von Paul und Paula. Wenn sich (...)    Go

Die Orte | Gute Musik auf dem Mont Klamott

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Romantisch ist es, hier oben auf der höchsten Erhebung Friedrichshains. Eine Oase im Grünen, hoch über der Stadt, unten im Tal die Häuser und der Straßenlärm, wie in einen Watteschleier gehüllt. Doch die friedliche Idylle trügt. Der Große Bunkerberg im Volkspark, vom Volksmund fast liebevoll Mont Klamott genannt, überragt zwar mit seinen 78 Metern Höhe sogar den Kreuzberg um 12 Meter, entstand aber sprichwörtlich auf den Trümmern des Zweiten Weltkriegs. 1940 hatte man mit dem Bau (...)    Go

Die Geschäfte | Krabbelkurs mit Milchkaffee

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Clemens hat das bunte Spielzeughandy erobert, Fiona fährt im Puppenwagen erst einmal ihren Teddy spazieren, und Maximilian greift sich seine Nuckelflasche, legt sich auf die Sitzbank und trinkt in aller Seelenruhe. Seine Mama neben ihm knabbert an einer Focaccia, einem mit Lachs und Frischkäse bestrichenen kleinem Fladenbrot, die anderen jungen Frauen am Tisch genehmigen sich zum zweiten Frühstück ein Bagel oder New Yorker Käse-Sahne-Kuchen und trinken Caro-Milchkaffee. Paul (...)    Go

Das Trinken | Vorhof zur Hölle

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Draußen, über der Pforte, wachen zwei Höllenhunde. Und drin­nen, gleich beim Eintritt, gibt’s was auf die Ohren. Zum Glück nicht vom Muskelprotz, der über der Tür seine mächtigen Arme ausbreitet, sondern aus den Boxen. Die Mugge dröhnt, ist hart und stampfend. Von Metallica, gefolgt von Black Sabbath, wie mich Kumpel Jan aufklärt und auf die Großbildleinwand und die Flachbildschirme zeigt, auf denen Musikvideos die Beschallung illustrieren. Der gute alte Freund kennt sich aus, (...)    Go

Die Literatur | Ulrich Plenzdorf: Legende vom Glück ohne Ende

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Jeden Morgen konnte die ganze Singer folgendes Schauspiel beobachten: Viertel vor acht. Auf der Paul-Seite öffnet sich die Neubautür. Heraus kommt Paul, jeden zweiten Tag mit einem anderen Anzug, der immer tadellos sitzt, mit blütenweißem Hemd, abgestimmter Krawatte, in der Hand einen flachen, schwarzen Koffer und auf dem Kopf immer einen Hut, im Sommer hell und luftig, im Winter dunkel, aus Filz. So geht er auf seinen Dienstwagen zu, der seit fünf Minuten wartet, und läßt (...)    Go

Mandy Meier | Nomen est omen

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Charis sei ein wunderschöner Mädchenname, die Göttin der Anmut, leider viel zu schwer zu schreiben, seufzte Gabi. Dann sollte ihre Schwester das bald zu gebärende Kind doch lieber Kevin-Prince oder Cindy nennen, überlegte sie laut und nippte an ihrem Cointreau, während Mandy im Korbsessel vor dem Café am Boxhagener Platz nervös hin und her rutschte und den Kopf schüttelte. »Wer so heißt, wird in der Schule immer benachteiligt«, erklärte sie ihrer Busenfreundin kategorisch. »Warum (...)    Go
pfeilback   
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