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Friedrichshainer Chronik

September 2009

Die Menschen | Alles, was rockt. Der Bundestagskandidat Georg Nägle

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In Schale geschmissen hat er sich: dunkles Jackett, weißes Hemd mit steifem Kragen, dezente, silberfarbene Krawatte. Allerdings ist der obere Kragenknopf offen, der Schlips hängt schief, der Knoten ist nachlässig gebunden. Guido Westerwelle würde so etwas nicht passieren. Aber Cosmic ist kein Politprofi. Er möchte erst noch Berufspolitiker werden, wenigstens Parlamentarier. Deswegen tritt er gerade bei den Wahlen zum Bundestag an, als Einzel- und Direktkandidat, ohne (...)    Go

Die Straßen | Knorrpromenade

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Traumwohnungen im attraktiven Altbau werden angepriesen, in einer der schönsten Wohnstraßen Friedrichhains. Mit Parkett und nagelneuen Dielen, Stuckdecken, modernisiertem Bad, Sonnenbalkon, Fahrstuhl, kaum eine unter 100 Quadtratmetern und 1.000 Euro Monatsmiete. Trotz des Preises müssen sich die Immobilienhändler keine Sorgen machen, die Wohnungen nicht vermieten zu können. Und auch die Superlative, mit denen gern geworben wird, sind in diesem Fall nicht übertrieben. Denn (...)    Go

Das Gespräch | Erfolg als Bedrohung

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Parteien, die während der letzten Legislaturperiode nicht mit mindestens fünf Abgeordneten im Bundestag oder Landtag vertreten waren, müssen ihre Zulassung zur Wahl beim Bundeswahlausschuß beantragen und dort beispielsweise ihre Organisationsstruktur oder den Rückhalt in der Bevölkerung nachweisen. Zu den kleinen Parteien, die wegen Formfehlern bei der Antragstellung abermals nicht zugelassen wurden, gehört die Bergpartei, die zur Bundestagswahl am 27. September trotzdem in (...)    Go

Die Geschäfte | Ein exquisiter Laden

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Ausgefallene Kleidung und engagierte Beratung gesucht? Das ist heutzutage nicht einfach zu finden. Massengeschmack, Massengeschäfte und genormte Massenware domi­nie­ren. Aber es gibt sie noch, die einsamen Inseln, auf denen das Angebot mit Liebe und Sorgfalt zusammengestellt wird. So das Modeinstitut in der Samariterstraße. Geführt wird der kleine Laden von Daniela Wisotzky, 36, was sicher kein Zufall ist. Ihre Mutter war Schneiderin, und so konnte sie sich schon als kleines (...)    Go

Das Essen | Fünf-Jahreszeiten-Mehl und andere Geheimnisse

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Granatäpfel waren sein erstes Geschäft. Genau genommen eine ganze Plantage, die der damals 12jährige Mourad Rojin von seinem Cousin für ein Jahr gepachtet hatte. Damals, in dem syrischen Dorf, wo die Verwandten wie fast alle Einwohner Kurden waren. Mit seinen Geschwistern erntete Mourad die Granatäpfel und verkaufte sie auf dem Markt, mit 30 syrischen Lira Gewinn, ungefähr 50 Dollar. Der Patron der Vecchia Trattoria in der Niederbarnimstraße erzählt die Geschichte gern, um mit (...)    Go

Die Orte | Knochenmühle am Ostkreuz

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Es kam alles zusammen: die richtigen Leute zur richtigen Zeit am rechten Platz. Dank Eisenbahn, Maschinenbau und Konjunktur übersprang die metallverarbeitende Industrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Stadtgrenzen im Berliner Osten und ließ sich auch auf dem Terrain von Rummelsburg, Lichtenberg und Treptow nieder. Dort waren die Bodenpreise noch niedrig, die Grundstücke meist nicht parzelliert sowie an die Kanalisation angeschlossen. Zugleich war der tüchtige Techniker, (...)    Go

Die Literatur | Lied von der Knorr-Bremse

In Lichtenberg, da steht ’n Haus, da schinden se dir die Knochen. Und wirste alt, dann fliegste raus, als hättste wat verbrochen. Knorr Knorr Knorr rasseln die Maschinen, Knorr Knorr Knorr do jibt et nicht zu jrienen. In Schlange stehn se manchmal an frühmorjens vor de Türen Und drängeln sich nach Arbeet ran, als könnten se wat valieren. Knorr Knorr Knorr se klappern mit de Zähne, Knorr Knorr Knorr der Schnee knirscht an de Beene. Der Herr Portier sagt: Ach (...)    Go

Mandy Meier | Die Qual der Wahl

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Allein zu Haus, aber nicht unglücklich, hatten es sich Dieter und Fred in der Meierschen Wohnung am Boxhagener Platz gemütlich gemacht. Sie hörten Puhdys-Musik, räkelten sich im Sessel und testeten die Ostprodukte, die vor ihnen auf dem Couchtisch aufgebaut waren: Nordhäuser Doppelkorn, Timm’s Saurer, Falkner-Whisky, Goldi – der Weinbrandverschnitt, und Blauer Würger – der beliebte Kristall-Wodka. Entsprechend die Stimmung und die konstruktiven Gespräche zwischen beiden Männern. (...)    Go

Die Blickpunkte | Die Blickpunkte

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Thomas Heubner fotografierte in der Petersburger und Gryphiusstraße.    Go
pfeilback   
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