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Friedrichshainer Chronik

Februar 2009

Die Menschen | Rallyes, Espresso und Pampers. Der Unternehmensberater Bogo Vatovec

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Die Eroberung der Welt findet schrittweise statt. Mal ungestüm, alle Gefahren cool mißachtend, mal ganz vorsichtig, auf noch tapsigen Füßen und mit Pampers am Hintern. Wenn man vor ein paar Tagen erst ein Jahr alt geworden ist und gerade das Laufen lernt, ist das eben so. Deshalb tobt sich Noël auch gern auf Spielplätzen aus, am liebsten auf dem im Volkspark Friedrichshain oder in der Grünberger Straße. Um den auf dem Boxhagener Platz schlägt sein Vater mit ihm meist einen (...)    Go

Die Straßen | Grünberger Straße

Ein alter Stadtplan von 1896 verrät es: Der Bebau­ungsplan der Kolonien Friedrichsberg und Boxha­gen ist schon kenntlich gemacht, und auch der Verlauf der Straße Nr. 9 ist bereits eingezeichnet, aber einen richtigen Namen hat sie noch nicht. Erst drei bzw. neun Jahre später ist die namenlose Zeit vorbei. Zuerst, im April 1899, wurde der Teil zwischen Gubener bis Simon-Dach-/Niederbarnimstraße getauft. Benannt nach der Stadt Rominten in der Provinz Ostpreußen, wo Kaiser (...)    Go

Die Geschichte | Der Hausbesitzermeister

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Drei Kneipen hatte ich nach der Wende. Die in der Oranienburger Straße gegenüber vom Tacheles habe ich als erstes verkauft, Mitte der 90er, als es da boomte. Dann war die in der Simon-Dach-Straße dran und vor vier Jahren die am Boxhagener Platz. Übernommen hatte ich Ruinen, doch schließlich war alles gemacht, ohne Ikea und die Nullachtfuffzehn-Läden eingerichtet, alles mit gestandenen Handwerkern, nach meinem Geschmack und für die nächsten 50 Jahre haltbar gemacht. Alle Kneipen (...)    Go

Das Essen | Zauberhafte Tamarinde

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Der Name täuscht. Ein wenig. Denn bei dem kleinen Restaurant in der Krossener Straße am Boxhagener Platz handelt es sich weder um den Nudel-Ableger einer großen amerikanischen Bouletten-Kette noch um einen pseudoitalienischen Pasta-Billiganbieter, wie man in diesem Vergnügungsviertel doch eher vermuten könnte. Vielmehr versteckt sich hinter dem Schild noodle king beste asiatische, sprich Thai-Küche. Übrigens kein Wunder bei der großen Papaya-Schwester schräg über die Straße. (...)    Go

Das Gespräch | Das versteckte Sparkassenbuch

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Das Gesicht der Stralauer Halbinsel verändert sich im rasanten Tempo. In attraktiver Lage am Wasser wachsen Lofts, Pent- und Townhouses wie Pilze aus dem Boden. Daneben verkünden einzelne Kultur- und Industriedenkmale von ver­gangenen Zeiten, wie etwa der alte Palmkernölspeicher, das Zentralbüro und die Maschinenschlosserei der Stralauer Glaswerke oder der Flaschenturm der Engelhardt-Brauerei. Und über dem romantischen Kirch­hof an der Tunnelstraße ragt der schiefe Turm des (...)    Go

Das Trinken | Seelenwanderung

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Karma, so erklärt mir mein Philosophisches Wörterbuch von 1922, ist »im buddhistischen Denken der Schatz der guten und bösen Taten eines Menschen, die dessen Sein, Wesensart und Schicksal in seiner Wiedergeburt bestimmen«. Ich hatte extra im Nachschlagewerk geblättert, weil ich als trainierter Atheist so meine Zweifel an der Geschichte mit der Seelenwanderung habe. Dennoch bin ich mir ziemlich sicher, daß es im Kiez ein gutes Karma gibt – und zwar das coffee karma in der (...)    Go

Die Orte | Inschriften

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Sie fällt schon von weitem auf, die hellgraue Gedenkstele für die antifaschistischen Widerstandskämpfer an der Ecke Koppen- und Singerstraße. Sie wurde 1975 errichtet, 30 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und Zerschlagung des Naziregimes, geschaffen von dem Bildhauer Werner Richter, von dem in Berlin noch zahlreiche andere Plastiken und Reliefs zu sehen sind, u. a. »Die Schwimmerinnen« im Sportforum Hohenschönhausen, »Daidalos und Ikaros« in Weißensee oder die (...)    Go

Die Literatur | Thomas Natschinski: Die Rock’n’Roll-Braut aus der Friedenstraße

Wir redeten viel, wir küßten uns nicht, wir tranken Krimsekt. Ich spielte Gitarre, sie hörte zu. Ich war 19 und sie 22. Dass sie keine glühende Anhängerin des Sozialismus war, störte mich nicht, auch nicht ihre katholische Erziehung. Mehr beschäftigte mich, dass diese fast drei Jahre Altersunterschied sie zu einer Rock’n’Roll-Braut gemacht hatten. Meine Lieder kannte sie weniger oder, ehrlich gesagt, überhaupt nicht. Sobald der Mond über dem Don aufzog, holte ich meine Gitarre (...)    Go

Mandy Meier | Geschenkpakete

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Wie an den meisten Tagen, wenn Mandy sich von der Arbeit in der Warschauer Straße nach Hause geschleppt hatte, hockte ihr Göttergatte in seinem alten braunen Volksarmee-Trainingsanzug auf dem durchwummsten Sofa vor der Flimmerkiste und genoß die Wonnen des Trivialen. Sind seine Augen glasig vom Suff oder schimmern sie feucht vor Rührung, fragte sie sich noch, als sie zum Glück die Kanne Yogi-Tee vor ihm auf dem Tisch entdeckte. Daneben ein ziemlich großes Päckchen, gut (...)    Go

Die Blickpunkte | Die Blickpunkte

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Thomas Heubner fotografierte am Strausberger Platz, in der Box­hage­ner und Revaler Straße.    Go
pfeilback   
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