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Friedrichshainer Chronik

Oktober 2008

Die Menschen | Trink den Champagner wie das Leben. Die Sängerin Angelika Mann

Friedrichshainer Chronik
Die erste große Bühne, auf die sie kletterte, stand im Saalbau Friedrichshain, direkt am Volkspark, schräg gegenüber vom Märchenbrunnen. Eine Großgaststätte der HO mit einem Saal für 1.400 Leute. Donnerstags und sonntags war Jugendtanz, oft spielte das Lindenberg-Sextett, später in Baptett Berlin umbenannt, eine Amateurband, die damals die Hits der Beatles, Stones, Kinks, Beachboys und all der anderen nachspielte. Unten an einem Tisch saßen die Groupies und himmelten die Musiker (...)    Go

Die Straßen | Persiusstraße

An der Ecke Markgrafendamm stand einst an­stel­le des heutigen Plattenneubaus aus den 80er Jahren ein imposantes fünfstöckiges Haus mit Erkern und Türmchen. Im Parterre produzierte Paul Laas Liköre und verkaufte in seinem geräumigen Geschäft auch tüchtig andere Alkoholika wie Rum, Arrak, »Bairisch« und »Grätzer Bier« oder ätherische Öle, Essenzen und Zigarren. Auch die anderen Gebäude der Persiusstraße, die seit Anbeginn bis 1953 über die Bödiker- und Bosse- bis zur Rochowstraße reichte, (...)    Go

Die Reportage | Mister Spock, das Grüne Ungeheuer und die Zeit. Wenn ein Platz zum Drehort wird

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»Irgendwann kommt immer wer«, hatte uns Stefan bereits am ersten Drehtag auf dem Platz prophezeit. Stefan, aus Nord­rhein-Westfalen, irgendwie irgendwann auf dem Platz gestran­det. Seitdem trifft man ihn hier täglich, mit seinem norddeut­schen Akzent, den er sich auch irgendwann zugelegt hat, und der obligatorischen Flasche Sternburg, kurz Sterni in der Hand, der preiswerten Variante eines Premium-Bieres. Stefan sollte recht behalten. Am Morgen waren wir in »unsere« Wohnung (...)    Go

Die Geschäfte | Hornhaut und Vertrauenssache

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An der Zimmerdecke leuchtet der Himmel in Blauweiß, die gleiche Farbe spiegelt sich in dem See, der die Wand des langgezogenen Flurs ziert, von dem die einzelnen Behand­lungs- und Arbeitszimmer abgehen. Auf einem Regal sind Muscheln, Seesterne und Hühnergötter zu bewundern, in einer Vitri­ne kleine Boote und Leuchttürme aus Keramik. Das Geschäft, das fast an eine maritime Kunstgalerie erinnert, wurde von einem Designer künstlerisch gestaltet, eine kleine Reminiszenz an eine (...)    Go

Die Geschäfte | Auf Marco Polos Spuren

Als Kind habe er sie regelrecht verschlungen, die Bücher über Marco Polo, den Händler, Abenteurer und Reisenden, der im frühen Mittelalter von Italien nach China gezogen war, erzählt Bernhard Voss, und daß diese Faszination bis heute anhalte. Deshalb habe er sich auch, als man plötzlich »visafrei bis Hawaii« reisen durfte, sofort auf dessen Spuren begeben. Zuerst Venedig, dann China, schließlich Nepal und Tibet. Eine ferne und bezaubernde Welt mit fremden Gesichtern, Geschmäckern, (...)    Go

Das Essen | Rième trifft Espresso

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Savoir vivre à Friedrichshain ist das Motto, dem sich die Espressobar mit der gemütlichen Wohnzimmeratmosphäre in der Gabriel-Max-Straße verschrieben hat. Und wenn es tatsächlich die stadtteiltypische Lebensart geben sollte, kann man sie vielleicht an den bunt zusammengewürfelten Sitzmöbeln und Tischen erkennen, die auch in diesem Café mitten im Boxhagener Kiez nicht fehlen. Ebenso der dunkle Estrichboden neben den hellen Holzdielen und der Stuck an der hohen weißen Decke. An (...)    Go

Das Lernen | Couch Potatos in action

So im Vorbeigehen Sachen zu erledigen, das ist nicht ihre Welt. Auch wenn Sie ihren Unterricht unter dem leichtfüßigen Motto »English to go« anpreist, scheint das mehr Werbeslogan denn Firmenphilosophie zu sein. Das mag an Doreen Büschels Erdverbundenheit liegen, daran, daß sie in einem Dörfchen mitten im Wald bei Dresden aufgewachsen ist. Jedenfalls faszinierte sie die Natur so stark, daß sie später Forstwissenschaften studierte, mit allem Drum und Dran, Motorsägenschein zum (...)    Go

Die Orte | AUS-LAND

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Vierzig Jahre hatten die Kiezbewohner im ununterbrochenen Wettbewerb gestanden, im sozialistischen, versteht sich. Sowohl bei NARVA, im benachbarten Glühlampenwerk, das einst Hunderten von ihnen Arbeitsplätze geboten hatte, als auch zu Hause in der Freizeit, um im Nationalen Aufbauwerk (NAW) oder später bei »Schöner unsere Städte und Gemeinden – Mach mit!« in freiwilligen Arbeitseinsätzen Vorgärten und Grünanlagen zu verschönern. Und dann, gute dreizehn Jahre nach der »Wende«, (...)    Go

Die Literatur | Dirk Moldt: Gottesdienst mit Freaks und Blues

Die erste Blues-Messe fand am 1. Juni 1979 um 20 Uhr in der Samariterkirche statt. An diesem Wochenende ließ die SED anläßlich des 30. Jahrestages der DDR-Gründung ein »Nationales Jugendfestival der FDJ« in der DDR-Hauptstadt veranstalten. Daß der Termin des Gottesdienstes mit Absicht auf das Festivalwochenende gelegt wurde, um eine Art Alternativprogramm darzustellen, wird von Zeitzeugen bestritten. Superintendentin Laurien wurde zuvor vom Rat des Stadtbezirks nach dem (...)    Go

Mandy Meier | I have a dream

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»Ja! Jaaaa!« Mit lautem Aufschrei hockte Mandys Mann kerzengerade im Bett, mitten in der Nacht. Sein Pyjama war von Angstschweiß durchtränkt, die Haare klebten auf der heißen Stirn, der wirre Blick geradeaus gerichtet. Der Atem rasselte wie nach einem Orgasmus. Mandy, jäh aus dem Schlaf gerissen, tätschelte ihrem Dieter beruhigend die Wangen und fragte, welch schlimmen Alptraum er denn gehabt hätte. »Ich habe mich zum Regierenden Oberbürgermeister des Stadtbezirks wählen (...)    Go

Die Blickpunkte | Die Blickpunkte

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Thomas Heubner fotografierte in der Krossener, Scharnweber-und Grünberger Straße.    Go
pfeilback   
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