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Friedrichshainer Chronik

September 2007

Die Menschen | Haltungsfragen. Die Personal-Trainerin Carena Cristina Common

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Madonna praktiziert es, Liz Hurley treibt es auch, Barbara Becker – die Ex von Tennis-Boris – ebenfalls: Pilates, das moderne Fitneßprogramm für Körper und Geist. Doch anders als der internationale Jetset im fernen Amerika habe ich meine erste Übungseinheit schon hinter mir, als ich das kleine, direkt am Friedrichshain gelegene Gesundheitsstudio betrete. Zu Fuß in die vierte Etage, aber als Belohnung eine wunderschöne Aussicht auf das satte Grün des Volksparks. Große Fenster und (...)    Go

Die Straßen | Wühlischstraße

Zugegeben, mit der Rue du Faubourg Saint-Honoré oder der Montenapoleone, den noblen Modemeilen von Paris und Mailand, hat sie wenig Ähnlichkeit. Die meisten Häuser bestechen noch durchabgewaschenes Einheitsgrau und aggressive Graffiti an den Wänden, mitten auf dem Damm ruckelt und zuckelt die Straßenbahn, die Fußgänger müssen auf dem Bürgersteig zwischen den Hundehaufen Slalom laufen. Trotzdem, oder gerade deshalb, scheint die Straße etwas besonderes zu haben – Gesicht, (...)    Go

Die Historie | Frühjahrsputz und Altstoffsammlung. Aus der Chronik einer Hausgemeinschaft

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Anfang der 70er Jahre wurde das Wohngebiet hinter dem Ostbahnhof völlig umgestaltet. Die noch vorhandenen Altbauten wurden weggesprengt, ganze Straßenzüge entstanden neu, in die Neubauten zogen 22.000 Berliner. Zu den ersten Mietern, die das Haus Straße der Pariser Kommune Nr. 17 im Dezember 1971 bezogen, gehörten Marianne Leupolt und ihre Familie, die hier bis 1995 wohnte. Über viele Jahre führte die Hausgemeinschaft eine Art Tagebuch, eine Chronik, aus der wir Auszüge (...)    Go

Die Geschäfte | Silberhochzeit in der Sackgasse

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Nachdem Staats- und Parteichef Honecker seinen Volvo gegen einen Citroen getauscht hatte, sollte auch der Trabant umgetauft werden – in Zidroen 601: vorne zieht er, hinten dröhnt er, 600 wollen ihn haben, einer kriegt ihn ... Über den uralten DDR-Witz kann Hans-Peter Golbeck heute nur noch müde lächeln. Dabei war ihm damals weniger zum Spaßen gewesen, als er Ende der 60er Jahre in Leipzig den Beruf eines Kfz-Mechanikers erlernte. Das war zwar seinerzeit schon ein gefragter (...)    Go

Die Momente | Die Momente

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Das heimliche Auge Freitagabend, Vernissage in der RAWART-Gallery, also im Beamtenwohnhaus des RAW-Tempel in der Revaler Straße. Die Bilder und Objekte sind ausgiebig besichtigt, Zeit für Smalltalk. Speisen und Getränke, zwar nicht von Feinkost-Käfer aus dem Reichstag geliefert, sind reichlich vorhanden und schmecken. Unter den zahlreichen Gästen die Großfamilie des ausstellenden Künstlers, einschließlich Kinder und Enkelkinder, sowie der RAW-Vorstand. Einer von ihnen, selbst (...)    Go

Das Essen | Kunstwerke vom heißen Eisen

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Dieser Tag wird irgendwann ein glücklicher genannt werden. Es duftet. Nach Lust. Schon einige Male hat es mich hierher gezogen, selbst mein sonst geschwätziger Kampfgenosse ist ruhig. Auch weil hier keine Musik säuselt, dudelt oder dröhnt. Stille, keine ungewollte Beschallung, daß der Genießer fast zusammenzuckt. Zwischen Alteingesessenem und Currywurstladen in der Grünberger Straße feiert die Chüechliwirtschaft bald ihren zweiten satten Geburtstag. Ein wahrer Schlupf- und (...)    Go

Das Trinken | Perlentaucher

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Seit über einem Jahr, seit Fidel Castro seine Regierungsämter wegen Krankheit ruhen läßt, haben die kalten Krieger unter den Exil-Kubanern in Miami wieder Schaum vorm Mund. Und die Bacardi-Erben greifen erneut in ihre Portokasse, um die »Rückkehr der Demokratie« auf der Karibikinsel zu finanzieren. Vermutlich ist das ein hinreichender Grund, weshalb es ausgerechnet diese Rum-Sorte in dieser Bar nicht gibt. Um so fröhlicher, wohl auch ein bißchen trotzig, flattert dafür das (...)    Go

Die Orte | Dividendenjauche und Immobilienroulette

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In Friedrichshain mangelt es gewiß an vielem. Aber Industrieruinen gibt es im Überfluß. Eine davon thront an der Ecke Landsberger Allee/Richard-Sorge-Straße: die alte Patzenhofer Brauerei auf der Friedrichshöhe. Ihren Grundstein legte Georg Patzenhofer, ein Brauersohn aus München, Mitte des 19. Jahrhunderts. Die starke Grundmoränenschicht auf dem Terrain des hier ansteigenden Barnim eignete sich gut für die Anlage trockener und kühler Bierkeller, in denen das damals noch in der (...)    Go

Die Literatur | Gerhard Holtz-Baumert: Der 1. September 1939

Am Spätnachmittag war ich mit den Schularbeiten fertig und lief auf die Straße, zu spielen, umherzustreifen. Weshalb ich in die Gubener Straße rannte, bis hinauf an die Ecke der Frankfurter Allee, erinnere ich mich nicht. Die Gubener Straße galt für uns aus der Rüdersdorfer als feindliches Terrain, wir schlugen uns erbarmungslos mit denen aus dieser Straße, wir haßten einander, obwohl wir mit manchen von ihnen zusammen auf der Schulbank saßen. Die Ursache dieser gegenseitigen (...)    Go

Mandy Meier | Albaner und das teure Aktenzeichen

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Im Hausflur war Mandy dem Leibhaftigen begegnet, dem Schwarzen Mann: langer schwarzer Mantel, breitkrempiger schwarzer Hut, riesige dunkle Sonnenbrille. Noch beim Aufschließen der Tür kam es ihr vor, als sei der unsympathische Kerl ausgerechnet aus ihrer Wohnung gestürmt. Natürlich wollte sie ihren Mann sofort zu Rede stellen. Doch sie verharrte mit offenem Mund, als sie sah, wie Dieter unter dem Küchentisch mit dem Hammer ein Dielenbrett festklopfte. Mandys strenger und (...)    Go

Die Blickpunkte | Die Blickpunkte

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Thomas Heubner fotografierte in der Warschauer, Schreiner- und Rigaer Straße.    Go
pfeilback   
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