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Friedrichshainer Chronik

April 2007

Die Menschen | Schwingen auf einer Welle. Die Sängerin Dominique Lacasa

Friedrichshainer Chronik
Klar hat sie noch den berühmten Koffer in Friedrichshain: Vollgepackt mit lebhaften Erinnerungen an ihre Jazzkonzerte im Frieda-Frauenzentrum oder in der Knorre, lange bevor der Kleinkunstbühne von den Kulturverwaltern des Bezirks der Geldhahn zugedreht wurde. Und da ist noch Rico, ein guter Freund und Straßenmusiker, bei dem sie zu Hause in der Rigaer Straße oft so herrlich gejammt haben. Außerdem lebt Ricos Vater – auch ein Musiker, natürlich – mit einer Frau zusammen, die (...)    Go

Die Straßen | Seumestraße

Wie auf der ganz großen Welt, so besteht auch auf diesem Verbindungsweg zwischen Grünberger und Simplonstraße ein Nord-Süd-Gefälle. Oben der lebhafte und adrette Teil mit Bioladen, Weinhandlung, Eltern-Kind-Café, gegenüber das Café Drugstop, wo wochentags Kinder für umsonst und Erwachsene für einen Euro Mittag essen können. Ganz vorn der PapierMarkt, in den die Kenner sogar aus Pankow und Zehlendorf kommen, um hier beispielsweise ihr sandfarbenes 120-Gramm handgeschöpftes (...)    Go

Die Reportage | Design oder Nichtdesign? Die Verbannten vom Trödelmarkt

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Sonntagmorgen. Am Boxhagener Platz, beim gußeisernen dunkelgrünen Toilettenhaus, dirigiert ein stämmiger, etwas untersetzter Mann mit kurzen blonden Haaren das Geschehen. In der einen Hand hält er ein Handy, in der anderen Zettel und Stift. Um ihn herum hektisches Treiben. Händler schleppen Waren durch die Gegend oder parken ihre Autos um. Der Mann fuchtelt in Richtung einer kleinen Ansammlung von Menschen. »Erst mal die Leute mit Reservierung!« ruft er der Gruppe zu, sucht (...)    Go

Die Geschäfte | Unsichtbare Wecker

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Beängstigend, fast katastrophal sei der Anblick gewesen, damals in der kleinen Wohnung hier im Boxhagener Kiez, erzählt Andreas König: das Kinderbettchen direkt neben einem riesigen Aquarium, darunter und daneben nur Kabelsalat. Kein Wunder, daß das Kleinkind in unmittelbarer Nähe der elektromagnetischen Felder einen gestörten Schlaf hatte. Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn das Wasser mit dem Strom in Berührung gekommen wäre … Für den 39jährigen Elektromeister (...)    Go

Das Gespräch | Malochen beim Banküberfall

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Der 37jährige hat Theaterblut geerbt: Sein Großvater war bei Brecht Dramaturg am BE, der Vater begründete die Magdeburger Freien Kammerspiele. Sascha Bunge selbst studierte an der Humboldt-Uni Theaterwissenschaften und Germanistik, brach sein Studium jedoch vorzeitig ab. Er inszenierte mit Off-Theatergruppen, arbeitete als Regisseur u. a. am Schauspiel Leipzig, am Theater Aachen, an der Neuen Bühne Senftenberg, am Maxim Gorki Theater Berlin und am Hebbel am Ufer (HAU). Seit (...)    Go

Die Praxis | Der bewegte Herr Feldenkrais

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Ich liege flach. Auf dem Rücken. Der Nacken schmerzt von der Schreibtischarbeit. Ich bin nervös, aber gebe mir Mühe, völlig entspannt zu sein. Das ist gar nicht so einfach. Torsten Strauß steht hinter mir, lupft meine linke Schulter an, tastet die Körpergegend um das Schulterblatt ab. Hebt meinen Arm hoch, bewegt ihn ein bißchen hin und her. Dann geht er zum Fußende, massiert leicht die Fußsohle, hebt mein linkes Bein an, bewegt, dehnt und biegt es sachte. Was der Mann mit mir (...)    Go

Das Trinken | Furztrockenes

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In Friedrichshain lebende Exilpfälzer können sich freuen, und mit ihnen die Alteingesessenen: Das blaue Wunder, ein Weinladen der besonderen Art, hat sein Angebot um kulinarische Köstlichkeiten aus der Pfalz erweitert. Seit Inhaber Klaus Sommer kürzlich mit seinem Geschäft in der Seumestraße ein paar Häuser weitergezogen ist, bietet er seinen Kunden Weinhandel und Gastronomie in einem: Neben einer opulenten Auswahl an rheinhessischen und pfälzischen Weinen kann man auch (...)    Go

Die Orte | Das letzte Gefecht

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Samariterkiez, Schreinerstraße Nr. 52. In der Front des Vorderhauses klafft immer noch eine Lücke. Die Folge eines »Block-Knackers«, der den Gebäudeteil im Zweiten Weltkrieg weggebombt hatte. Im linken Aufgang, erster Stock, klopft es am Morgen des 3. Juni 1949 gegen neun Uhr an die Wohnungstür. Ein Mann, Mitte Fünfzig, in Unterhemd, Hose mit Hosenträgern und Filzpantoffeln öffnet. Von einem Beamten der Kriminalpolizei in Zivil wird er gefragt, ob der Hauptmieter der (...)    Go

Die Literatur | Nadja Klinger/Jens König: Bohren in einer anderen Welt

Jeden Dienstagvormittag versucht Kirsten Falk in der Praxis am Ostbahnhof, Zähne mit der Zange zu greifen, die nicht mehr wie Zähne aussehen. Sie bohrt gegen starke Schmerzen an. Sie telefoniert nach Zahntechnikern und Kiefernchirurgen, die kostenlos weiterhelfen. Verteilt Zahnbürsten und Creme. Arbeitet mit gespendeten Medikamenten und Materialien. Der Zahnersatz ist ein ganz einfacher, doch er lässt seinen Besitzer wie jemand aussehen, der ein normales Leben führt. Wann (...)    Go

Mandy Meier | Die biologische Uhr

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Leichtgläubig war Gabi, Mandys Busenfreundin, schon immer gewesen. Bereits in der Schulzeit hatte sie nicht nur Jutta Resch-Treuwerths Liebesratschlägen, sondern jedem Artikel in der Jungen Welt Glauben geschenkt und gedacht, die DDR gehöre tatsächlich zu den zehn führenden Industrienationen der Welt, nur weil im volkseigenen Kombinat Carl Zeiss Jena der größte Mikrochip der Welt gebastelt wurde. So wunderte sich Mandy auch kaum, daß Gabi heute noch auf jede Propaganda und (...)    Go

Die Blickpunkte | Die Blickpunkte

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Thomas Heubner fotografierte in der Rigaer-, Schreiner- und Bänschstraße    Go
pfeilback   
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