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Friedrichshainer Chronik

März 2007

Die Menschen | Besuch aus Hollywood. Der Journalist Victor Grossman

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Tatra und Motokov – die alte Leuchtreklame auf dem Dach des Wohnblocks kündet noch immer von der Wirtschaftskraft der sozialistischen Bruderländer. Unten, vorm Hauseingang, die ernüchternde Gegenwart: Ein Schild warnt, daß der Privatweg nur »auf eigene Gefahr« zu begehen sei, und auf der Grünfläche klauben Ein-Euro-Jobber den Müll zusammen. Jahre zuvor konnte Victor Grossman aus seinem Wohnzimmerfenster im achten Stock die Werktätigen der Hauptstadt beobachten, wie sie an ihrem (...)    Go

Die Straßen | Ernst-Zinna-Weg

Der Aufstand lag in der Luft wie ein reinigendes Sommergewitter bei unerträglich drückender Schwüle. Bereits im April und Mai 1847 war das Grollen zu vernehmen, als hungernde Berliner am Halleschen Tor die Marktstände der Kartoffelhändler plünderten und zur Innenstadt vor das Palais des Prinzen von Preußen zogen, Fensterscheiben zertrümmerten und »Revolution« riefen. Ein Jahr später war es dann bereits ein europäischer Flächenbrand, der von Paris über Wien nach Berlin übergriff. (...)    Go

Die Historie | Stahl, Schrott und Schmiere. Erinnerungen an das RAW (Teil II)

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Das einstige Reichsbahnausbesserungswerk »Franz Stenzer« an der Revaler Straße wurde 1867 als Königliche Eisenbahnwerkstatt Berlin II gegründet und zählte einst über 1000 Mitarbeiter. Es faszinierte den Fotografen Michael Harms (www.kunst-raum.de) so stark, daß er mit einem öffentlichen Aufruf Zeitzeugen suchte, Motto: »Erinnern was war«. Viele, die hier gelernt und gearbeitet hatten, meldeten sich und gaben ihm Auskunft. Wir veröffentlichen exklusiv Auszüge aus den (...)    Go

Die Geschäfte | Visafrei bis Hawaii

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Es hätte auch eine Mitfahrzentrale sein können. Oder eine Kneipe. Hauptsache selbständig. So hatten es sich vor 17 Jahren Thomas Erben, damals 33 Jahre und Ingenieur im Kraftwerksanlagenbau, und sein Partner gesagt. Als Lehrlinge in Sachen Marktwirtschaft kamen sie jedoch schnell zu dem Entschluß, irgend etwas mit Vermittlung auf die Füße stellen zu wollen. Nicht unbedingt eine Partnervermittlung, eine seriöse Dienstleistung sollte es schon sein. Der Zufall wollt es, daß sie in (...)    Go

Die Momente | Die Momente

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Alte Bekannte Im Warteraum des Zahnarztes am Petersburger Platz schaut man als Patient selten fröhlich drein. Die Minuten, bis man zur Behandlung aufgerufen wird, können sich zur unendlichen Tortur dehnen. Da fällt der Blick auf die Bilder an der Wand, auf Foto-Porträts, interessante Gesichter. Es sind gute alte Bekanntem vom Frankfurter Tor. Im Sommer vergangenen Jahres blickten sie aus den Schaufenstern des Humana-Second-Hand-Kaufhaus, das früher mal ein schönes (...)    Go

Das Essen | Königin Luises Kochkunst

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C’est bon, au revoir … Die französische Großfamilie verabschiedet sich. Vorher haben die Touristen noch ihr Frühstück für den nächsten Morgen bestellt, allerdings kein französisches – das hier auch angeboten wird –, sondern ein etwas reichhaltigeres. Die gute deutsche Küche im Café Waack wußten und wissen vermutlich ebenfalls jene Prominente zu schätzen, deren Fotos und Autogrammkarten wir gleich an der Wand hinter unserem Tisch bestaunen können. Unter ihnen Ulknudel Mike Krüger, ein (...)    Go

Das Trinken | Gnadenlos handgemacht

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Andernorts hängt der Himmel voller Geigen. Im Wirtshaus in der Niederbarnimstraße ist es nur eine Fidel. Doch neben ihr, an der Decke, schweben zudem eine Trompete und ein Akkordeon. Auch die Wände des Gastraums werden von diversen Gitarren, Flöten und einer wunderschönen Hupe geschmückt. Insgesamt ist die Einrichtung sympathisch rustikal und einfach, also nicht von jener durchgestylten Belanglosigkeit wie 300 Meter südlich. Auch die Instrumente sind weder dekorative (...)    Go

Die Orte | Einig und frei

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Im modernen demokratischen Procedere dauert es mitunter Monate, ja, Jahre, bis politische Beschlüsse gefaßt und dann auch noch verwirklicht werden. Das ging in früheren Zeiten wesentlich hurtiger. Beispielsweise hatte die Berliner Stadtverordnetenversammlung am 21. März 1848 beschlossen, alle Opfer der vorangegangenen Märzkämpfe auf einem neu zu schaffenden Friedhof zu beerdigen. Bereits am darauffolgenden Tag wurden die gefallenen Barrikadenkämpfer beigesetzt, unter ihnen der (...)    Go

Die Literatur | Hans Pollak: Die Schlacht am Schlesischen Bahnhof

Die verräucherte Kneipe Naubur in der Breslauer Straße Nummer 1 unterschied sich kaum von anderen Lokalitäten rund um den Schlesischen Bahnhof*. Der »Katholische«, wie er im Volksmund unter Anspielung auf die Herkunft vieler Neu-Berliner hieß, lag eingebettet in ein Labyrinth trister Straßenzüge, grauer Mietskasernen und düsterer Hinterhöfe, wo Armut und Elend, Laster und Verbrechen eng beieinander hausten. In den letzten Dezembertagen des Jahres 1928 geriet Nauburs Kneipe (...)    Go

Mandy Meier | Neues vom Schlitzer

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Zuerst wollte Mandy absagen, dachte, das sei so eine neumodische Sache für ganz junge Dinger. Dann willigte sie ein, weil ihre Freundin Gabi inständig gebettelt hatte und weil ihr die Ereignisarmut dieses Winters auf den Geist ging. Zum Glück stellte sich der von Gabi angekündigte Shopping-Event als gewöhnlicher Einkaufsbummel auf der Karl-Marx-Allee heraus. Als ziemlich banaler sogar, weil die beiden Frauen nicht shoppten, bis die Kreditkarten glühten, sondern ihren (...)    Go

Die Blickpunkte | Die Blickpunkte

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Thomas Heubner fotografierte in der Frankfurter Allee, an der Tunnelstraße auf der Stralauer Halbinsel und bei Mondos Arts in der Schreinerstraße    Go
pfeilback   
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