|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Friedrichshainer Chronik
Das Essen
Juli 2010 | Torten und Kaffeekunst
Bis zur großen Touristenfalle ist es nur ein Katzensprung. Vielleicht kosten deshalb auch Berlin-Besucher hier einen Kaffee, verschlingen Friedrichshain-Eroberer genüßlich ein Stück Limette-Schoko-Torte. Aber die Laufkundschaft hält sich die Waage mit den Stammgästen: mit Moritz, dem Friseur-Künstler von ein paar Häuser weiter, der Floristin aus der Kiezblume nebenan, der Buchhändlerin vom Antiquariat gegenüber, dem Studenten aus der Nachbarschaft, der jeden Sonnabend hier (...) April 2010 | Phönix aus der Asche
Das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden wollte unser Quartett: Über Freud und Leid im Geschäftsleben schwatzen, dabei gut und preiswert essen, und das in behaglicher und entspannter Atmosphäre. Die berühmte Futter-, Trink- und Partymeile im Stadtteil schied also von vornherein aus, und weil gerechterweise alle die gleiche Anlaufstrecke haben sollten, trafen wir uns in der Mitte. Genau an der Ecke Proskauer/Rigaer Straße, im Sando, auf den nettgemeinten Tip eines Auskenners. (...) März 2010 | Wodka, Knoblauch und Pelmeni
In dem wunderbaren DEFA-Film »Ich war neunzehn« gibt es eine unvergeßliche Szene: Unmittelbar nach der Kapitulation Hitlerdeutschlands bereiten Soldaten und Offiziere der Roten Armee in einem Gutshaus auf einem Dorf vor Berlin ihre Siegesfeier vor. Natürlich mit einem russischen Nationalgericht, mit Pelmeni, kleinen Teigtaschen, die mit Hackfleisch gefüllt und in Wasser oder Brühe gekocht werden. Ein Soldatenkoch ist dabei besonders eifrig, nach jeder hundersten Pelmeni, die (...) Februar 2010 | Die Erben der Groß-Bier-Quelle
Die Vormieter, ziemlich erfolglose Pizzabäcker, hatten immerhin ein altes Foto aufbewahrt und weitergereicht. Es dokumentiert, daß hier an der Ecke Bänsch-/Pettenkoferstraße schon vor gut hundert Jahren eine Schankwirtschaft florierte: die Groß-Bier-Quelle, in der Wirt Paul seinerzeit Schultheiss zapfte. Vielleicht ein gutes Omen für das Betreiberpärchen Jutta Jaeger und Maximilian Lissek, die im August 2009 an dieser Stelle ein neues Lokal eröffneten, wo doch der ältere ihrer (...) Oktober 2009 | Montezumas Güte
Das Parkett vorn an der Bar ist ziemlich abgewetzt, dort, wo die Kellner ständig an die Kasse oder hinter den Tresen gehen. Auch im ansehnlichen Gastraum haben Publikum und Personal sichtbare Laufspuren hinterlassen. Zeichen dafür, daß das Restaurant an der Ecke Gärtner- und Wühlischstraße stark frequentiert wird, und das nicht erst seit vorgestern, sondern seit neun Jahren.
Im Dezember 2000 wurde das La Paz eröffnet, benannt nach der bolivianischen Metropole oder der (...) September 2009 | Fünf-Jahreszeiten-Mehl und andere Geheimnisse
Granatäpfel waren sein erstes Geschäft. Genau genommen eine ganze Plantage, die der damals 12jährige Mourad Rojin von seinem Cousin für ein Jahr gepachtet hatte. Damals, in dem syrischen Dorf, wo die Verwandten wie fast alle Einwohner Kurden waren. Mit seinen Geschwistern erntete Mourad die Granatäpfel und verkaufte sie auf dem Markt, mit 30 syrischen Lira Gewinn, ungefähr 50 Dollar. Der Patron der Vecchia Trattoria in der Niederbarnimstraße erzählt die Geschichte gern, um mit (...) Juni 2009 | Alter Käse
Es herrscht ein lebhaftes Kommen und Gehen in der Niederbarnimstraße, auch die Gastro-Szene ist geprägt von Wandel und Veränderung. Vielleicht ist diese ständige Metamorphose ein wichtiger Grund dafür, daß sich die kleine Straße so angenehm unterscheidet von der Amüsiermeile in ihrer südlichen Verlängerung.
Zwischen Ureinwohnern wie der Bohea-Teehandlung, dem Kino INTIMES und der Kiezblume muß also ein Neuankömmling nicht unbedingt überraschen, auch wenn er sich Metamorfosia nennt. (...) Mai 2009 | Bauherr und Koch
Auf das Gerede von Leuten, die unsere schöne Frankfurter Allee als Rennstrecke nach Warschau diffamieren, höre ich gar nicht. Andrerseits lächle ich auch über das Geschwätz von irgendwelchen importierten Event-Managern, die die Straße großkotzig als Handelsmagistrale »zwischen Moskau und Paris« aufpeppen wollen. Ich genieße es einfach, im Café Garbe hinter der riesigen Fensterscheibe zu sitzen und dem vorbeirauschenden Verkehr nachzusinnen. Außerdem kann ich diesmal über eine (...) März 2009 | Feine Wirtschaft
Die Hälfte der Truppe hatte sich ordnungsgemäß entschuldigt, Sturzhelme gekauft und war ganz in Familie zum Wintersport gefahren. Doch der Rest unserer glorreichen Volleyballmannschaft verspürte Heißhunger, wie immer nach den kräftezehrenden Strapazen des Trainings. Um unseren Kalorienbedarf zu decken, wurden wir wieder schnell fündig, am Boxhagener Platz, Ecke Grünberger/Gärtnerstraße, dort, wo bis vor einem guten Jahr eine ziemlich abgehalfterte Eckkneipe vor sich hin dümpelte. (...) Februar 2009 | Zauberhafte Tamarinde
Der Name täuscht. Ein wenig. Denn bei dem kleinen Restaurant in der Krossener Straße am Boxhagener Platz handelt es sich weder um den Nudel-Ableger einer großen amerikanischen Bouletten-Kette noch um einen pseudoitalienischen Pasta-Billiganbieter, wie man in diesem Vergnügungsviertel doch eher vermuten könnte. Vielmehr versteckt sich hinter dem Schild noodle king beste asiatische, sprich Thai-Küche. Übrigens kein Wunder bei der großen Papaya-Schwester schräg über die Straße. (...) |


















