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Das Lernen | März 2008

Sonnengruß und Feueratem

Sie heißen Bhujangasana und Shalabhasana, ins Deutsche übersetzt: Kobra und Heuschrecke. Diese Übungen gehören ebenso zum Yoga-1x1 wie Surya Namaskar, der Sonnengruß oder Kapalabhati, die Schnellatmung. Letztere wird auch Feueratem genannt und ist eine Atemübung, die meist direkt auf die Anfangsentspannung bzw. die Einleitungsmantras folgt: Man hat die Augen geschlossen, sitzt aufrecht im Schneider- bzw. Lotussitz, ein Fuß auf einem Oberschenkel, den anderen Fuß auf den anderen Oberschenkel, die Hände liegen auf den Knien, Daumen und Zeigefinger berühren sich, die Handflächen zeigen nach unten. Dann wird ganz schnell aus- und langsam und entspannt eingeatmet und vielleicht 50 mal wiederholt. Anschließend bequem einatmen, die Lungen zu drei Vierteln füllen, die Luft anhalten und sich auf Bauch, Wirbelsäule, den Punkt zwischen den Augenbrauen oder die Schädeldecke konzentrieren. Die Luft so lange anhalten, wie es angenehm ist, dann normal ein- und ausatmen und alles dreimal wiederholen.

Was dem Anfänger Mühe bereitet, sieht bei Iris Wetzig, der Yoga-Lehrerin, verblüffend einfach aus. Man kann das auf ihrer neuen Übungs-DVD betrachten oder bei einem ihrer Kurse, beispielsweise in dem sonnendurchfluteten Raum im fünften Stock von La Fabrik in der Frankfurter Allee 53, mit atemberaubendem Blick über die Dächer Friedrichhains. Die Bewegungen der jungen Frau mit den blonden Haa­ren und hellblauen Augen sind ru­hig, fließend und ebenmäßig. Sie strahlt Harmonie und Lebensfreu­de aus, was aus dem Inneren kommt und nicht bloß antrainiert ist. Iris Wetzig studierte Sozialpädagogik in Sankt Petersburg, sattelte danach nochmals um und absolvierte in einem Ashram in Kerala eine Yoga-Ausbildung, »weil ich das machen wollte, was mir liegt«, wie sie Auskunft gibt. Als Ziele ihre Arbeit beschreibt sie, daß die Menschen ein besseres Empfinden für sich selbst entwickeln sollten, eine höhere Lebensqualität und tiefgehende Gesundheit, seelisches Gleichgewicht und nicht zuletzt den liebevollen Umgang miteinander. Zugleich betont Iris Wetzig, daß Yoga eben mehr als eine fernöstliche Reinkarnationslehre oder geistige Sinngebung ist, sondern eine sehr bodenständige An­gelegenheit. So müssen die Asanas, die körperlichen Übungen, richtig erlernt und regelmäßig geübt werden, wenn Effekte erzielt werden sollen, etwa Streßabbau und Entspannung, verbesserter Gleichgewichts­sinn und Durchblutung oder gestärkte Muskeln, Sehnen, Bänder, Blut- und Lymphgefäße. Die vielen Yogis, die Schüler, die Iris Wetzig seit sechs Jahren unterrichtete, können das nur bestätigen. Unter ihnen die Abiturientin und der 80jährige Opa, Geschäftleute, Hausfrauen, Bauarbeiter und Hartz-IV-Empfänger. Sie alle verspürten beim Yoga Geborgenheit und neuen Lebensfluß.

Beliebt ist auch ihr Familien-Yoga mit Kindern ab drei Jahren, wo die jungen Familien sich ganz anders erleben können. Eine Reise ins Ich, Tiefenentspannung, bei der man sich einfach treiben lassen kann, bietet Iris Wetzig mit ihrer Gongmeditation. Bereits beim Vibrieren des ersten tiefen Tons lockert sich die Anspannungen, versinkt man in Watte. Miniurlaub auf einer schwebenden Wolke.

 

Manfred Rebner

 

Iris Wetzig. Yogaschule der neuen Zeit. Simplonstraße 41, 10245 Berlin, Tel. 030/296 67 422, www.iris-wetzig.de



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